Seit 2 Jahren geplant – und immer wieder verschoben - fand nun vom 4. bis 6.Juni 2022 der 3-Tage-Wettkampf der TU Dresden statt. Die Veranstalter hatten eine überarbeitete Karte „Zellwald“ bei Siebenlehn und zwei neue Karten bei Böhringen-Striegistal angekündigt.
Nun – zwei Jahre sind eine lange Zeit seit der Kartenaufnahme, und der Wald und vor allem die „Freiflächen“ hatten sich mächtig verändert! So habe ich keine der gelb eingetragenen Flächen als „belaufbar“ erlebt! Überall waren mehr als hüfthoch die Himbeersträucher gewuchert, junge Fichten gewachsen und der Brombeerbewuchs war undurchdringlich dicht. Auch Bruchholzflächen mit gestürzten Fichten waren gelb eingetragen, die Harvester hatten dort tiefe Spuren gefahren und die Baumkronen liegen gelassen, so dass das Queren auch dieser Flächen mehr als beschwerlich war. Die älteren Startklassen waren auf ihren Bahnen mit Höhenmetern „schonend“ behandelt worden, aber die drei unterschiedlichen Bahnleger für die 3 Wettkämpfe hatten so ihre „eigenen Vorstellungen“ von auffindbaren Postenstandorten.
 

Gemäß Bundesrangliste hatte ich bei der Meisterschaft im Mittel-OL am ersten Wettkampftag den letzten Startplatz in der H80. Doch schon am 2.Posten traf ich auf alle (!!) vor mir Gestarteten und Läufer anderer Klassen, die verzweifelt den Posten suchten! (War dann - verdeckt durch einen riesigen Wurzelballen im Himbeerdickicht - „gut“ zu finden...!!) Solche Postenstandorte verunsicherten die Läufer, und es folgten in dieser „Güte“ am 1.Wettkampftag noch einige! Mit 3 Minuten Vorsprung vor Hans Güth konnte ich mir den Meistertitel sichern…

Für den 2.Wettkampf war die „neue“ Karte „Hoher Stein“ bei Böhringen angekündigt, aber es gab die gleichen Probleme mit dem Unterbewuchs wie am Vortag. Nach 2,6 km Anmarsch zum Start ging es gleich am Steilhang aufwärts. Gewarnt vom Vortag habe ich zum 1.Posten „auf Sicherheit“ orientiert. In einer Rinne war er von oben am Hang gut sichtbar – aber der Hang überwuchert durch Brombeeren und nur langsames Steigen durch die Brombeerschlingen ließ mich den Posten erreichen. Posten 2 war dann offensichtlich ein Posten für den Kinder-OL auf einer Wegkreuzung und weit zu sehen... und schon wurde ich „übermütig“ und ich landete zum Posten 3 in einer „Suchgemeinschaft“, die verzweifelt eine kleine Grube auf einem völlig grün zugewucherten Hang suchten.... Also war für mich wieder Vorsicht geboten und immer wieder „auf Sicherheit“ orientierend, erreichte ich erneut erfolgreich das Ziel.

Am Nachmittag des zweiten Tages erfolgte die Siegerehrung für die Meisterschaft und im Anschluss sollte die Siegerehrung für den zweiten Tag erfolgen, aber es wurden nur die Sieger jeder Startklasse nach vorn gerufen – die Zweit- und Drittplatzierten hatten vergeblich gewartet...

Am dritten Tag ging es im „Jagdstart“ auf die Karte „Klatschwald“. Ich hatte vor dem Zweitplatzierten Viktor Jarkov (OLG Regensburg) reichlich 8 Minuten Vorsprung und bin das erneute Gewühl im undurchdringlichen Unterbewuchs gelassen angegangen. Leider war der Schlussteil der Bahn dann sehr anspruchslos, weil es am Bach entlang bzw. auf Landstraßen durch Wohngebiete Richtung Ziel ging. Am gesperrten Wiesengelände zwischen meinen Posten 5 und 6 hatte ich Glück, denn ich hatte nur den Wiesenrand betreten und mich auf die Chaussee begeben – denn dort lauerte ein Fotograf, um die „Sünder“ zu erwischen, die da eventuell die „gesperrte Wiese“ querten! Meinen Gesamtsieg brachte ich am 3.Tag sicher ins Ziel!

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